Heilig’s Blechle

Neue Wochenenden – neue Probleme

Da laut Reglement keine Autobahnen und kein GPS benutzt werden dürfen, gibt es auf der (Tor-)Tour sicher die eine oder andere Möglichkeit sich die Ölwanne auf- oder andere Teile an der Unterseite abzureißen. Deshalb musste mal wieder eine extrem systemrelevante Anschaffung her. Ein Unterfahrschutz für den Ascona. Die Lust so ein Ding selbst zusammen zu brutzeln und anzupassen, um dann doch Ärger mit der grün-weißen Rennleitung zu bekommen (weil keine Papiere etc. vorhanden), hatten wir allerdings nicht. Doch dem World-Wide-Web sei Dank, wir haben einen Hersteller für genau so ein Teil gefunden. Tatsächlich, mit sämtlichen Papieren und exakt für unser Fahrzeug! Wir haben es auch nicht geglaubt, aber so etwas wird tatsächlich angeboten. Egal, wenn schon eine Kaufoption besteht brauchen wir uns keinen selbst zu dengeln.

Das Ding wurde bestellt. Das gelieferte Paket sah vielversprechend aus – groß und schwer. Ausgepackt hatten wir einen massiven U-Bügel und ein dickes schwarzes Blech vor uns. Das Gewicht der beiden Teile ließ uns allerdings schon vor der Montage über einen eventuellen Tausch der Dämpfer nachdenken. Was bringt uns ein Unterfahrschutz wenn die Kiste mit dem montierten Ding fast auf der Straße schleift und dann bei jedem Gullideckel die Fetzen fliegen. Aber die Dämpfer sind eine andere Geschichte.

Wir ließen uns nicht entmutigen und gingen voller Tatendrang an die Montage. Nachdem wir mal wieder eine Zeit lang unter dem Auto zugebracht hatten, mussten wir leider feststellen, dass es unmöglich war das Ding vernünftig unter dem Auto zu befestigen. Zumindest nicht ohne einen Blick in die ‚Montageanleitung‘ zu werfen. Aber wer braucht schon Anleitungen? Keiner! Oder hat schon mal jemand das zugehörige Schriftstück seines Videorekorders DVD-Players gelesen?

Nach überwinden des eigenen Männerstolzes konnten wir den schon entsorgten Karton durchsuchen und fanden glücklicher Weise eine ‚Montageanleitung‘. Leider bestand der Inhalt des gefundenen Zettels lediglich aus der Auflistung der gelieferten Teile und die spartanisch vorhandenen Worte waren auf Kyrillisch (der deutsche Markt ist dann wohl doch nicht der Hauptabnehmer für Unterfahrschutzbleche für Asconas). Der Zettel war somit auch keine Hilfe.

Jetzt war Nervennahrung dringend nötig. Rauchen tun wir nicht, Schokolade hatten wir nicht, also blieb nur die gute alte Maurerbrause. Dolly und Jacques sei Dank, haben wir mit hopfengeschärftem Geist, in dem bereits zum zweiten Mal entsorgten Karton, einen weiteren (signalroten 🙂 , auf Deutsch verfassten 🙂 ) Zettel gefunden: „Bei Montageproblemen bitte die bebilderte Montageanleitung herunterladen“. Bebilderte Montageanleitungen gab es tatsächlich, zu allen möglichen und unmöglichen Fahrzeugmodellen. Nur, es gab nichts zu einem Opel Ascona. WTF! Wirklich eigenartig für welche Fahrzeugmodelle so ein Blech für den Unterboden zu haben ist. Kein Mensch brettert mit einem Ford KA über unbefestigte Holperpisten durchs Gehölz und schraubt sich vorher einen Unterfahrschutz an seinen ‚Geländewagen‘. Mit einem Opel Ascona sieht die Sache natürlich ganz anders aus. Aber vielleicht ist das gar kein Unterfahrschutz, sondern ein Gleitblech für den russischen Wintereinsatz – Räder ab, Klepper davor und fertig ist der Kabinenschlitten. In Sibirien sicher totschick.

Also, letzte Möglichkeit, die Servicehotline. Die erste Reaktion des Mitarbeiters am anderen Ende der Leitung war: „Was glaubt ihr eigentlich? Meint ihr die fertigen extra einen Unterfahrschutz für euer Fahrzeug?“ Hä? Wir mussten doch extra den Fahrzeugschein schicken, damit der Kack auch passt….. Hier kann der Herr postmortem Alexander Graham Bell den Dank für seine Erfindung aussprechen, anderenfalls wäre es eventuell wieder eine Hände vors/ins Gesicht Geschichte geworden (die kindskoepfe waren sich hier im Übrigen einig, Anm. d. R.). Nach längerem Telefonat hat uns dieser freundliche Servicemitarbeiter dann doch noch Fotos von einem montierten Unterfahrschutz zugeschickt, damit auch wir kapieren wo und wie die zwei Teile mit den fünf beiliegenden Schrauben montiert werden müssen.  Blöd, dass das Fahrzeug auf dem Bild ein Opel Agila und der Unterfahrschutz nicht der uns vorliegende war. Keine Lust mehr zu schrauben, keine Lust mehr zu telefonieren – vorerst zur Aufgabe gezwungen.

Am folgenden Wochenende nahm sich die eine Hälfte der kindskoepfe ‚Schrauberfrei‘, um sich der Neuverkabelung der HiFi-Bausteine im heimischen Wohn- und Esszimmer zu widmen (Mixtapes wollen müssen von der kompletten Nachbarschaft Probe gehört werden).

Die andere Hälfte wurde vom Ehrgeiz gepackt und hat es tatsächlich geschafft das Ding zu montieren. Einen Dank an dieser Stelle an Robby der geholfen hat zu montieren und/oder Leergut bei der anschließenden Siegesfeier zu produzieren. Angeblich war die Montage möglich ohne viel zu verändern und am Auto rumzubohren.

Jetzt bleibt uns nur noch den komischen Aufkleber abzuknibbeln und einen korrekten St. Pauli Jolly Roger draufzupappen.

Geht doch! Und dank Kumpel Ben heben wir schon das nächste coole Teil (Problem) am Start…..

 

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